Chronik

 

Wieviel Holz in den mehr als 95 Jahren durch uns seine Form verändert hat, kann ich Ihnen leider nicht sagen. Ich weiß aber, dass 1889 mit Uropas Lehre (1889 - 1893 in Helmstedt) zum Tischler alles begann...
 
 
Als Geselle erwanderte Uropa Robert Schmekal von 1894 - 1897 die Schweiz. Sein Meister- und Zeichnerdiplom erwarb er 1899 in der Sauermannschen Fachschule in Flensburg. In Hamburg, „dem Tor zur weiten Welt“ (welches später sein Zuhause werden sollte) arbeitete er bis 1902 bei Blohm & Voss, um im gleichen Jahr eine Bau- und Möbeltischlerei in Leck zu kaufen. 1908 zog es ihn bereits wieder nach Hamburg, weil er hier bessere Zukunftschancen sah.
 
 
Nach diversen Zwischenstationen, leider eine kurze Soldatenzeit inbegriffen, gründetete Uropa am 01.01.1920 zusammen mit seinem Sohn Hans Schmekal eine eigene Tischlerei in der Kiebitzstraße in Hamburg-Eilbek.
 
 
Schon 1924 zog das Unternehmen, dank stetiger und gesunder Aufwärtsentwicklung, in die Wandsbeker Chaussee.
 
 
Robert Schmekal setzte sich wohlverdient am 31.07.1943 zur Ruhe und verstarb im Jahre 1960. Auf seine geleistete Pionierarbeit sind wir auch heute noch sehr stolz.
 
 
 
 
Der berufliche Werdegang meines Opas Hans Schmekal, geb. 21.03.1900, *16.04.1994, war auch sehr von Eigenständigkeit geprägt. Seine Ausbildung als Lithograph hatte er beendet, um danach sofort im elterlichen Betrieb eine Tischlerlehre zu absolvieren. Am 03.06.1931 machte er die Meisterprüfung, um dann weiterhin gemeinsam mit seinem Vater den Betrieb zu führen. Nach der Totalausbombung 1943 in der Wandsbeker Chaussee konnte eine HEW-Baracke (Bombenausweichlager) im Mittelkamp bezogen werden.
 
 
Erforderliche Maschinen und Inventar wurden aus einer Tischlerei in Leck angekauft, um den erforderlichen Aufbauarbeiten gerecht zu werden. Das erste Automobil (ein Tempo-Dreirad) wurde im Dezember 1949 erstanden. 1962 wurde die Baracke verkauft und der Betrieb - wie auch heute noch - in die Räumlichkeiten in der Saseler Straße 59 verlegt. Passenderweise sind die Räumlichkeiten von einer anderen Tischlerei übernommen worden, wobei natürlich der Arbeitsstil mit Arbeitsschutz und der Maschinenpark jetzt der heutigen Zeit entsprechen.
 
 
Mein Vater, Hans Werner Schmekal, geb. 24.07.1935, *06.12.1993, ging nach der Tischlerlehre für ca. 2 Jahre in die Schweiz, um sich weiterzubilden. Dort besuchte er verschiedene Fachschulen und erweiterte sein Fachwissen gründlich. 1959 kehrte er zurück, um die Meisterschule zu besuchen. Nach 5 Semestern legte er am 19.12.1962 die Meisterprüfung ab. Am 01.01.1963 wurde er als Mitinhaber im Unternehmen aufgenommen. Die gründliche Vorbereitung auf die Mitinhaberschaft sollte schon bald Früchte tragen. Nach Eintritt in das Geschäft begann die Zeit der Investitionen, der Erweiterung und Modernisierungen. Altersbedingt schied mein Opa im Jahre 1966 aus dem Unternehmen aus.
 
 
 
 
Die Ära der neuentwickelten Kunststofffenster begann 1967 und wuchs mit der um 1970 errichteten Fabrikationshalle enorm an. Zu den zusätzlichen herausragenden Tätigkeiten meines Vaters gehören die jahrzehntelange Leitung des Ausschusses für Tarif- und Sozialpolitik der Innung Holz- und Kunststoff Hamburg und seine gutachterliche Tätigkeit für die Hamburger Gerichte. Zum Dank für die hervorragenden Leistungen wurde er am 03.11.1993 zum Ehrenmeister des Holz- und Kunststoff verarbeitenden Handwerkes ernannt.
 
 
 
 
Mein Leben begann am 18.06.1965, ich wurde als 3. und jüngstes Kind in die Tischler-Familie geboren. Die Berufslaufbahn startete mit der Lehre 1982 - 1985 bei der Tischlerei Siegfried Neumann in Hamburg-Wandsbek. Danach gab es Stationen im Möbelbau, in der Bautischlerei und ab 1988 in der Kunststofffenster-Fertigung im elterlichen Unternehmen. Zur Meisterschule ging es für mich am Abend - 3,5 lange Jahre, bis ich den Meisterbrief am 28.08.1993 im Hamburger Michel (nach urlanger Rede unseres Altbundeskanzlers Dr. Helmut Kohl) endlich überreicht bekam.
 
 
Durch die schwere Krankheit meines Vaters im Jahr 1990 mußte ich sehr schnell unternehmerisch tätig werden, um die Arbeitsplätze zu erhalten und um das Vertrauen meines Vaters in mich nicht zu enttäuschen.
 
 
An dieser Stelle meinen Dank an alle Kunden, meine Mitarbeiter und an meine Familie, die viel Verständnis für die doch sehr missliche Lage aufbrachten und mich sehr unterstützten.
 
 
Nach dem Tod meines Vaters führte ich vorerst das Unternehmen kommissarisch weiter. Nach der Erbauseinandersetzung übernahm ich rückwirkend zum 01.01.1994 das Unternehmen als Alleininhaber.
 
 
1997 wurde der Werkhallenbau fertiggestellt.
 
 
1998 ist die komplette Späneabsaugung erneuert worden und der Betriebshof wurde neu gestaltet und gepflastert.
 
 
1999, passenderweise am 09.09.1999, wurde der Grundstein zur 5. Generation gefestigt und geheiratet.
 
 
Wie doch die Jahre vergehen...
 
Die eigene Fensterproduktion wurde im Jahre 2001 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt, ohne das Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren. Neue Aufgabenfelder wurden erschlossen und geschult. Neue Fenster- und Türtechniken zusammengestellt und für unsere Kunden passend zu den Umweltaspekten angeboten.
 
 
Im Jahre 2003 erblickte unsere Tochter das Licht der Tischlerwelt - meine Nachfolgerin?
 
 
2006 feierte ich mein 25-jähriges Dienstjubiläum bei der Freiwilligen Feuerwehr Meiendorf. An dieser Stelle mein Dank an alle die Verständnis aufbrachten, wenn ich und/oder einige meiner Mitarbeiter unerwartet zum Feuerwehreinsatz ausrückten mussten.
 
 
2007 wurde eine moderne Solaranlage zur Stromgewinnung in Betrieb genommen. Außerdem haben wir 5 Akazien auf dem Betriebshof gepflanzt, soll heißen nicht nur Strom verbrauchen und Holz verarbeiten, sondern indirekt auch für „Nachwuchs“ sorgen.
 
 
Seit 2008 leite ich das Unternehmen wieder „alleine“, selbstverständlich unterstützt von meiner Frau und unseren Mitarbeitern. Es wurde weiter investiert, die Werkstatt neu strukturiert, noch arbeitsgerechter umgebaut und das Qualitätssiegel QuB (Qualitätsverbund umweltbewusster Betriebe) erworben. Außerdem haben wir uns der UmweltPartnerschaft Hamburg angeschlossen. Zum Wohle der Mitarbeiter, Mitmenschen und natürlich unserer Umwelt.
 
 
Als erste Tischlerei in Hamburg bekamen wir im Herbst 2008 in einem feierlichen Rahmen die Urkunden für QuB und der UmweltPartnerschaft Hamburg in der Handwerkskammer vom damaligen Handwerkskammerpräsidenten Peter Becker und der damaligen Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt Anja Hajduk überreicht.
 
 
2009 wurde der Grundstein gelegt für das neue Büro- und Ausstellungsgebäude.
 
 
2012 erfolgt die Fertigstellung der neuen Büro- und Ausstellungsfläche.
 
 
2013
Anschaffung eines E-Smart. Damit sind wir die erste Hamburger Tischlerei mit E-Mobilität.
Umbau der Heizungsanlage und Umstellung von Heizöl auf umweltfreundlicheres Erdgas.
 
 
2014
Umstellung der Stromversorgung komplett auf erneuerbare Energien.
Unsere erste Auszubildende, Sophie, beginnt ihre Ausbildung im dualen Ausbildungssystem.
3. erfolgreiche Rezertifizierung QuB.
 
 
2015
Ausbildungsende von Philipp, bestanden mit Auszeichnung und Belobigung.
Installation eines Festbrennstoffkessels.
 
 
2016
Niko geht nach 37 Jahren Firmenzugehörigkeit in den Ruhestand.
 
 
Aussichten:
Planungen beginnen für die Dachbegrünung des neuen Büro- und Ausstellungsgebäudes.
4. QuB Rezertifizierung steht an.
 
 
Ich bin bestrebt, das Unternehmen im Sinne meiner Vorfahren weiterzuführen, unseren Kunden zu helfen und das Ehrbare Handwerk zu schützen.
 
 
In diesem Sinne, die Zukunft liegt vor uns!
 
Ihr
Hans-Werner Torsten Schmekal
 
 
Fortsetzung folgt, lassen Sie sich überraschen...